1. Herausgeber
Inhalt

Warum Open Data?

Die Bereitstellung von öffentlichen Daten kann in vielfälter Weise von Nutzen sein.

Dazu gehört unter anderem die Verwendung der Daten für (nicht finanziell untersetzte) Bedürfnisse in der Zivilgesellschaft und die Ermöglichung von gesellschaftlichen Diskussions- und Partizipationsprozessen.

Auch für die Verwaltung selbst kann die Bereitstellung der Daten von Nutzen sein:  So können bestimmte Datenangebote das Interesse der Öffentlichkeit auf bestimmte Verwaltungsaufgaben lenken und so die Öffentlichkeitsarbeit unterstützen oder die Verwaltung von der Auswertung der Daten für verschiedene Zielgruppen entlasten. Nicht zuletzt ermöglichen die Daten die transparente Begründung von Verwaltungsentscheidungen.

Erheblich ist auch der erwartete wirtschaftliche Effekt von Open Data.

§ 8 SächsEGovG macht die Verpflichtung zur Bereitstellung von maschinenlesbaren Daten und beschreibenden Metadaten von einem erwarteten Weiterverwendungsinteresse abhängig. Ein Nutzungsinteresse liegt nach § 8 SächsEGovG insbesondere vor, wenn jemand die Daten nicht nur gebrauchen will, um

  • eine öffentliche Aufgabe zu erfüllen oder
  • das durch intellektuelle Aneignung erlangte Wissen zu verwerten (gemeint ist der bloße Zugang als Selbstzweck),

sondern mehr damit vorhat (Weiterverwendung).

Der schwervorhersagbare zukünftige Nutzungsgrad ist jedoch kein Ausschlusskriterium, welcher Datensatz öffentlich bereitgestellt werden darf, sondern nur ein Kriterium unter anderen.

Für Daten, die in aufbereiteter Form (z. B. als Berichte, Broschüren etc.) regelmäßig der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden, ist ein Nutzungsinteresse zu unterstellen. Indikator für ein Nutzungsinteresse sind auch entsprechende Anfragen (entsprechende Feedbackmöglichkeiten sind zu schaffen) oder bereits bestehende öffentliche Online-Anwendungen, die diese Daten verwenden.

Weitere Indikatoren sind veröffentlichte Empfehlungen wie z. B. in den Leitlinien für empfohlene Standardlizenzen, Datensätze und Gebühren für die Weiterverwendung von Dokumenten der EU oder die von der G8 identifizierten »Gebiete wertvoller Daten«.

 Die EU‑Kommission hat Leitlinien für empfohlene Standardlizenzen, Datensätze und Gebühren für die Weiterverwendung von Dokumenten herausgegeben. Danach sind folgende Datenkategorien in der EU am stärksten nachgefragt:

Datenkategorie Beispieldatensätze

Geodaten

Postleitzahlen, nationale und lokale Karten (Kataster, topographische Karten, Meereskarten, Verwaltungskarten usw.)

Erdbeobachtung und Umwelt

Weltraum und In-situ-Daten (Überwachung von Luft-, Boden- und Wasserqualität, Energieverbrauch, Emissionen usw.)

Verkehrs-Daten

Fahrpläne öffentlicher Verkehrsmittel (alle Verkehrsträger) auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene, Straßenarbeiten, Verkehrsinformationen usw.)

Statistik

Nationale, regionale und lokale statistische Daten mit den wichtig­sten demographischen und ökonomischen Indikatoren (BIP, Alter, Gesundheit, Beschäftigung, Einkommen, Bildung usw.)

Unternehmen

Unternehmen und Unternehmensregister (Listen eingetragener Unternehmen, Daten zu Eigentumsverhältnissen und Management, Registrierungskennungen, Bilanzen usw.)

Die Nutzenabwägung (insbesondere auch Betrachtungen hinsichtlich des Innovationspotenzials, der Substitutionsmöglichkeiten durch andere-private - Anbieter etc.) sollten dabei nicht so aufwändig betrieben werden, dass der dafür notwendige Aufwand den Aufwand für die Bereitstellung überschreitet.

Deutschlands Datenschätze

Geben Sie Ihre Daten frei

Marginalspalte

Weitere Hintergrundinformationen

© Institution